Geschichte Afghanistans (Stand 2005)
Vereidigung der neuen, 28 Mitglieder (darunter 3 Frauen) umfassenden Regierung.
Vereidigung des ersten Präsidenten der islamischen Republik Afghanistans, Hamid Karzai, sowie der beiden Vizepräsidenten Zia Massoud und Karim Khalili.
Erste demokratische Wahl eines Staatspräsidenten, aus der Hamid Karzai mit 55,4% der abgegebenen gültigen Stimmen als Sieger hervorgeht.
Berliner Afghanistan-Konferenz bekräftigt internationales Engagement für die kommenden Jahre.
Auf der verfassungsgebenden Großen Ratsversammlung (Constitutional Loya Jirga) wird eine neue Verfassung verabschiedet.
Eine Loya Jirga (Große Ratsversammlung) bestätigt Karzai als Präsidenten der "ATA" (Afghan Transitional Authority).
Hamid Karzai übernimmt die übergangsregierung.
Als Reaktion auf die Angriffe vom 11. September 2001 greift die "Globale Koalition gegen den Terror" unter Führung der USA und Großbritanniens in Afghanistan die Taliban und Al Qaida an und treibt diese zur Flucht.
Hekmatyar und Rabbani unterzeichnen Friedenspakt. Hekmatyar wird Premierminister. Im September ergreifen die Taliban unter Mullah Omar die Macht in Kabul und verdrängen die Regierung Rabbanis, auf ca 10% des Territoriums im Norden des Landes.
Osama bin Laden und seine Organisation Al Qaida gewinnen zunehmend Einfluss auf die Politik Mullah Omars.
Osama bin Laden und seine Organisation Al Qaida gewinnen zunehmend Einfluss auf die Politik Mullah Omars.
Massive Siege der Taliban.
Die Taliban Miliz entsteht mit pakistanischer Unterstützung. Dostum und Hekmatyar kämpfen gegen die Regierung Rabbanis.
Sturz Najibullahs durch Mudschaheddin. Professor Burhannudin Rabbani wird Präsident
Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan
Loya Jirgah verabschiedet Verfassung der "Republik Afghanistan" und wählt Generalsekretär Najibullah zum Staatspräsidenten
Babrak Karmal verliert auch Amt des Präsidenten des Revolutionsrates (Staatsoberhaupt). Seit 1987 Exil in der Sowjetunion.v
Dr. Mohammad Najibullah löst Babrak Karmal als Generalsekretär der DVPA (Demokratische Volkspartei Afghanistans) ab
Sowjetische Invasion. Amin wird ermordet und Karmal neuer Präsident
Amin stürzt Taraki
Unterzeichnung eines Vertrages über "Freundschaft, gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit" durch Taraki in Moskau
Militärputsch gegen Daud. Taraki wird neuer Präsident und Amin zweiter Mann im Staat
Unblutiger Staatsstreich und Sturz von König Mohammad Zahir Shah (auf Auslandsreise). Die Republik wird ausgerufen und der einstige Premier Daud zum Präsidenten ernannt
Parlamentswahlen
Neue demokratische Verfassung tritt in Kraft
Rücktritt von Premierminister Daud
Erneute Grenzschließung durch Pakistan
Neues Wirtschaftshilfeabkommen mit den USA
Bulganin und Chruschtschow zu Besuch in Kabul (25 Mio. USD Militärhilfe und 100 Mio. USD Kredit für den 1. Fünfjahresplan ab 1956)
Erneute Blockade durch Pakistan (Paschtunistanfrage)
2. Transitabkommen mit der UdSSR (Inhalt: u. a. Ausbau der Salang-Straße und des Flusshafens am Amu Darya)
Mohammad Daud ("Roter Prinz") wird Premierminister
Einstellung der wirtschaftlichen und technischen Hilfe sowie Militärunterstützung durch die USA, da Afghanistan nicht den Militärpakten CENTO und SEATO beitreten will
1. Transit-Abkommen mit der UdSSR
Grenzzwischenfälle mit Pakistan wegen der Paschtunistan-Frage und Handelsblockade durch Pakistan.
Aufteilung von Britisch-Indien. Die afghanische Regierung vertritt die Auffassung, die Bevölkerung zwischen der afghanischen Grenze und dem Indus sei afghanisch und solle selbst bestimmen, wem sie sich anschließen wolle. Pakistan ist gegen solche Selbstbestimmungspläne (Paschtunistan).
Afghanistan wird konstitutionelle Monarchie
Erneuerung des ausgelaufenen Neutralitäts- und Nichtangriffsvertrages zwischen der UdSSR und Afghanistan (Laufzeit 5 Jahre).
Neutralitäts- und Nichtangriffsvertrag zwischen der UdSSR und Afghanistan (Laufzeit drei Jahre)
Freundschaftsvertrag zwischen der RSFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) und Afghanistan, der militärische und politische Abkommen mit Dritten ausschließt. Kabul erhält von Moskau finanzielle und technische Hilfe.
Ende des britischen Protektorats über Afghanistan
Vertrag mit England betreffend Durand-Linie, d. h. die Ostgrenze wird willkürlich durch das Gebiet der Paschtunenstämme gelegt. Der afghanische Emir Abdur Rahman stimmt unter englischem Druck zu
Dost Mohammad begründet Afghanistan in seinem heutigen Umfang
Nach der Ermordung des turkmenischen Saffawiden-Herrschers in Afghanistan, Nadir Shah, gelingt es dem Führer seiner Leibwache, Ahmad Durrani, in Kandahar die Zustimmung der verschiedenen Stämme, der Paschtunen, Tadschiken, Usbeken, Turkmenen, Kirgisen und Hazara, zu gewinnen. Ahmad Durrani wird Shah Afghanistans. In der Einigung der Stämme unter einer durch einen König repräsentierten Staatsgewalt wird der Beginn des modernen afghanischen Staates gesehen.
Grundlagen zur jüngsten politischen Geschichte
Grundlagen zur jüngsten politischen Geschichte
Paschtunische Stämme unter Führung des Stammes der Yussufzai rebellieren gegen die Armee des indischen Moghul-Reiches.
Herat gehört unter der Dynastie der schiitischen Saffawiden zu Persien, Kabul zu Indien. In Kandahar berührten sich beide Einflusszonen.
Die aus Buchara und Samarkand heranziehenden Usbeken erobern Herat und vertreiben die Timuriden. Der Timuride Mohammed-ud-din, genannt Babur, zieht nach Nordosten und erobert Kabul. Es gelingt Babur nie, die kriegerischen Paschtunen-Stämme wirklich zu beherrschen. Er richtet seinen Eroberungsdrang nach Osten, nach Delhi, und siegt 1526 über die Herrscher der Lodhi-Dynastie.
Mit der Herrschaft von Shah Ruch beginnt die Blütezeit der Timuriden in Herat.
Herat rebelliert gegen Timur Leng und wird zerstört.
Timur Leng, Führer eines türkisierten Mongolenstammes fällt in Afghanistan ein.
Der türkische Herrscher Khorezm Shah Mohammed II erobert das Reich von Ghor, wird jedoch von den Horden Dschingis Khans verjagt, die einfallen und u.a. Herat dem Erdboden gleichmachen. Der Nachfahre Dschingis Khans, ügedai, erobert Seistan und Ghor. Nachkommen seiner Truppen sind der heutige Stamm der Hazara in Zentralafghanistan.
Sieg der turkmenischen Seldschuken über die Ghaznaviden.
Die Seldschuken werden durch die aus dem Bergland von Ghor stammenden Ghoriden unter Führung von Alauddin Jahansuz, des "Weltenverbrenners" bekämpft. Unter ihnen setzt sich der Islam als prägendes Element durch, während der arabische Einfluss fast gänzlich verschwindet.
Die Seldschuken werden durch die aus dem Bergland von Ghor stammenden Ghoriden unter Führung von Alauddin Jahansuz, des "Weltenverbrenners" bekämpft. Unter ihnen setzt sich der Islam als prägendes Element durch, während der arabische Einfluss fast gänzlich verschwindet.
Reich der Ghaznaviden von Buchara bis in den Nordwesten Indiens unter Mahmud dem Großen mit Zentrum in Ghazni.
Eindringen arabischer Truppen in afghanisches Gebiet. Als Gegenreaktion nationale, persisch orientierte Selbstbesinnung.
Quelle & Weitere Informationen: Auswärtiges Amt


